Tagesarchiv für den 07.December 2008

[rec] – kleiner böser Horrorfilm

Ángela Vidal ist Fernsehreporterin. Auf der Suche nach neuen Formaten hat ihr Sender das Format “Während Sie schlafen” erfunden, das nachts verschiedene Berufsgruppen aufsucht, um diese bei der Arbeit zu begleiten. Diesmal ist die Feuerwehr dran. Als diese zu einem nächtlichen Einsatz gerufen wird, scheint alles zunächst ganz harmlos, bis die anscheinend nur verwirrte alte Frau, die den Einsatz auslöste, einen Polizisten in den Hals beisst…

Wie viele Varianten des Zombiefilmes gab es schon? Noch bei George Romero und Nachahmern waren die Untoten schneckenlangsam und gerade dadurch so bedrohlich: entkommen konnte man Ihnen trotzdem nicht. Seit “28 Days Later” hat sich das geändert: die unfreundlichen Wesen sind neuerdings rasend schnell und toben wild. Mit einer solchen Art haben wir es auch in [rec] zu tun. Dem Genre neues Leben einzuhauchen ist angesichts der Fülle von oft ideenlosen Adaptionen kein leichtes Unterfangen, und dem kurzen, knackigen Film gelingt dies hervorragend.

Mit einfachsten Mitteln ist der Film effektvoll in Szene gesetzt, da er seine Beschränkungen als Stärke ausspielt. Die Kamera ist nach “Blair Witch” Manier eine unruhige Handkamera und sorgt für den pseudokumentarischen Stil. Dieser hat schon bei Cloverfield hervorragend funktioniert. Und auch hier wirkt die Szenerie umso bedrohlicher, als alles sehr real wirkt, man ist mitten drin, und immer mehr mit auf der Flucht.

Fast nie wird Musik eingesetzt – das würde die oben beschriebene Illusion auch zerstören. Wir begleiten die Reporterin und ihren Kameramann, die, zunächst in der Beobachterposition, immer mehr in das Geschehen hineingezogen werden. Zwischendrin wird wieder auf todlangweilige Dokumentation heruntergebremst, um dann umso heftiger loszulegen. Plötzlich befinden wir uns im Dunklen, und man kann die Bedrohung nicht sehen. (Wenn auch diese Idee aus “Das Schweigen der Lämmer” stammt). Die Spezialeffekte dürfen ruhig schlecht sein, das stört überhaupt nicht.

Wie fühlt es sich an, wenn die ganz normal langweiligen Mietshausnachbarn nach und nach zu reissenden Monstern mutieren? (Wir hatten es schon immer geahnt, was in denen steckt ;)   ) Wohl ganz genau so.

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